Lehrplan
Die Dauer des Lehrgangs beträgt 6 Semester, wobei 4 Semester das Grundstudium darstellen, auf das aufbauend ein 2-semestriges Diplomstudium folgt. Im Diplomstudium steht die Umsetzung einer Abschlussarbeit im Vordergrund. Die öffentliche Präsentation oder Publikation dieser Arbeit bildet den Abschluss der Ausbildung.
Ausbildungsziel
Im Mittelpunkt der Ausbildung steht Fotografie als künstlerisches Medium zu definieren und vor allem anzuwenden und sich ein Bild über zeitgenössische Tendenzen der Fotografie sowohl als Kunst als auch als angewandtes Medium zu machen.
Dabei verstehen wir Fotokunst als ein Kommunikationsmittel, das die Möglichkeit bietet persönliche Gedanken, Erfahrungen und Positionen visuell zu vermitteln. Ziel der Ausbildung ist es daher die Möglichkeiten fotografischer Produktion kennenzulernen und diese für die Umsetzung pesönlicher Arbeiten und Konzepte zu nutzen, die eigene Produktion kritisch zu hinterfragen und daran zu arbeiten diese einer Öffentlichkeit zu vermitteln.
In der Umsetzung dieser Ziele verstehen wir den Lehrgang als ein Atelier, in dem die Studentinnen als eigenständige künstlerische Produzenten agieren und unter Anleitung und Betreuung lernen selbständig zu arbeiten.
Die Ausbildung baut auf vier zentralen Säulen auf:
Die Wissensvermittlung:
fotoK vermittelt ein breites Basiswissen zu Aufnahme-, – Labor- und Präsentationstechniken sowie deren praktischen Anwendungen. Weiters wird der theoretischen Auseinandersetzung mit dem Medium in Form von Fotogeschichte, Kunstbetrachtung, Medientheorie und Gastvorträgen von KünstlerInnen viel Platz eingeräumt.
Die Produktionsstätte:
fotoK stellt den StudentInnen eine hochwertige Produktionsstätte zur Verfügung, die den nötigen Raum und die Ausstattung bietet, um die gewünschte künstlerische Produktion zu gewährleisten, vergleichbar mit einem großen Atelier, in dem mehrere KünstlerInnen zusammenarbeiten. Weiters gibt es die Möglichkeit, sich fotografisches Equipment auszuleihen.
Die Kritik:
Zentraler Teil der Ausbildung ist es, unter kontinuierlicher inhaltlicher Betreuung eine persönliche künstlerische Arbeit zu konzipieren, umzusetzen, weiterzuentwickeln und als Abschluss in einer öffentlichen Präsentation zu zeigen. Über die sechs Semester hinweg geschieht diese Arbeit in Einzel- und Gruppenkritiken sowie in thematischen Projekten, welche von GastdozentInnen geleitet werden.
Das Netzwerk:
Neben dem Lehrgang widmet sich fotoK der Produktion, Präsentation und Publikation fotografischer Positionen und ist aktiv an Austausch und Vermittlung beteiligt. Die Einbettung des Lehrgangs in dieses Netzwerk ermöglicht ein sehr praxisnahes Verständnis von Fotografie.
Struktur des Grundstudiums:
Das technische und theoretische Wissen um die Fotografie wird während der vier Semester in zwei Vorlesungszyklen aufbauend und kontinuierlich vermittelt. Inhalte: Fotogeschichte, Fototheorie und Bildgestaltung, Kunstbetrachtung, Medientheorie, analoge und digitale Aufnahmetechniken.
Zusätzlich haben die StudentInnen Zugang zu einer Reihe von Workshops, die den praktischen Umgang mit Fotografie und Präsentation schulen.
Pro Jahr werden unter dem Titel Forum 6 KünstlerInnen, Theoretiker oder Institutionen eingeladen, um ihre Arbeit zu präsentieren und zur Diskussion zu stellen. Dies ermöglicht eine sehr greifbare, direkte und kommunikative Auseinandersetzung mit fotografischer Kunstproduktion und dem Markt. Hier können auch exemplarisch Werdegänge nachvollzogen werden.
Von Beginn der Ausbildung an werden die StudentInnen dazu angehalten großes Augenmerk auf ihre eigene künstlerische Produktion zu richten und dabei durch Projekten, Gruppenbesprechungen und Einzelkritiken unterstützt. Ebenfalls gibt es die Möglichkeit temporär mit Gastdozentinnen zusammenzuarbeiten.
Schwerpunkte der einzelnen Semester:
1. Semester: Im Mittelpunkt steht die Einführung in die analogen Arbeitstechniken der Fotografie und die Infrastruktur von fotoK. Durch thematische Aufgaben werden die Grundlagen der Schwarzweiß- und Farblabortechnik, der Umgang mit der Mittelformat- und Fachkamera und das Arbeiten im Studio erlernt. Gleichzeitig wird durch diese Aufgaben der Einstieg in die Produktion und Entwicklung eigenständiger inhaltlicher und ästhetischer Positionen ermöglicht.
2. Semester: Die Konzentration liegt auf dem Entwickeln und Umsetzen von persönlichen künstlerischen Positionen. In Einzelgesprächen wird am Anfang des Semesters festgelegt, in welche Richtung diese gehen werden. Am Ende des Semesters müssen die StudentInnen ihre bisherigen Arbeiten präsentieren.
3. und 4. Semester: Durch eine thematische Arbeit wird in die digitalen Möglichkeiten der Fotografie eingeführt. Anhand der bisher angedachten und umgesetzten Arbeiten wird an der Formulierung eines persönlichen Zugangs zur Fotografie und einer eigenen Bildsprache weiter- gearbeitet. Das Erstellellen von Konzepten und Texten zur eigenen künstlerischen Tätigkeit wird forciert. Geladene GastkritikerInnen sollen dabei Unterstützung bieten.
Am Ende des 4. Semesters muss eine Arbeit präsentiert werden, die eine eigenständige und persönliche Auseinandersetzung mit den künstlerischen Möglichkeiten von Fotografie zeigt und deren Qualität sich an professionellen und aktuellen künstlerischen Arbeiten orientiert. Diese Arbeit bildet die Grundlage für den Einstieg ins Diplomsemester.
Diplomsemester: Das Diplomsemester stellt die direkte Vorbereitung auf die weitere, professionelle Tätigkeit als Künstlerin dar. In dieser Zeit müssen offene inhaltliche, ästhetische und technische Fragen nachhaltig geklärt werden. Parallel wird an der öffentlichen Präsentation gearbeitet, mit der der Lehrgang abschließt, und so auch vermehrt die Vermittlung und die Vermarktung von künstlerischer Produktion diskutiert.